Analoge Videoverarbeitung
Für den Videoschnitt verwende ich seit 2000 ausschließlich den Computer. Meine Lösung basiert auf einer
Mischung aus analoger und digitaler Signalverarbeitung. Extern nutze ich einen Analog-DV-Konverter, um
Videos von VHS und Hi8 über Firewire im DV-Format in den PC zu bekommen.
Das ist ideal, will man sei altes Material aufarbeiten und anschließend auf DVD , DV-Band oder VHS wieder
ausspielen.
Vor dem Jahr 2000 habe ich meine privaten Videos noch auf Hi8 aufgezeichnet. Daher habe viel altes
analoges Material.
Wie Sie aus meinen Hobbys ersehen können, fotografiere ich auch. Foto und Video müssen sich aber nicht
unbedingt einander ausschließen. Daher bringe ich beides auf DVD oder Videoband.
Ich finde die Möglichkeit, aus Fotos einen Videofilm zu machen, sehr reizvoll. Im Computer ist es möglich, aus
starren Bildern wieder bewegte Kamerafahrten und attraktive Transitions zu machen. Da das im Jahr 2001
noch nicht jeder machte, war das ein besonderer Anreiz für mich, damit mal kreativ zu werden.
Digitale Videoverarbeitung
Erfreulich ist, dass auch Heimcomputer
Computer seit ca. 1998 schnell genug sind für
die Verarbeitung von DV-Videomaterial. Selbst
mit Effekten können Videoübergänge nun
flüssig in Echtzeit abgespielt werden, ohne die
Sequenz neu rendern zu müssen. Das war in
den Anfängen mit dem PC noch sehr mühsam
und kostet sehr viel mehr Zeit als heute.
Seit 2005 mache ich meine Aufnahmen nur
noch in HDV. Dazu verwende ich eine Sony
HDR-HC1E. Im Hinblick auf das HD-Zeitalter
ist es sinnvoll, rechtzeitig sein Videomaterial
in hoher Auflösung aufzuzeichnen. Wer das
versäumt, ärgert sich später.
Leider kamen die Computer auch im Jahr 2007 noch nicht so recht klar mit der Bearbeitung von HD-
Videomaterial. Die Prozessoren, selbst als Dualcore, waren noch nicht leistungsfähig genug, um mehrere
Videostreams parallel, z.B. für Bild-im-Bild abzuspielen. Selbst einfache Wiedergabesoftware kommt ins
rucken, wenn sie nur ein fertiges HDV-Video von der Festplatte abspielen soll.
Man kam sich vor, als wäre man ca. fünf Jahre zurück in die Vergangenheit versetzt worden. Schon damals
war die Wiedergabe von eigenen Videos am PC nur ruckelnd möglich. Ohne spezielle Hardwarekarte war an
Echtzeitverarbeitung nicht zu denken. Effekte konnten in ihrer Wirkung nur grob abgeschätzt und erst nach
stundenlangem rendern wirklich begutachtet werden.
Das ist im Jahr 2007 mit HD-Video wieder genau so.
Noch schlimmer ist es bis heute mit den Aufnahmen im neuen AVCHD-Format bestellt, das praktisch jeder
Hersteller in seinen neuen Kamcordermodellen auch verwendet. Die meisten Amateur-
Videoschnittprogramme können es nicht direkt verwenden. Manche konvertieren es erst in MPEG2, andere
wie z.B. Adobe Premiere Elements 5 verzichteten noch ganz auf die Möglichkeit, solche Formate zu
verarbeiten. Zudem ist der Standard so schwammig deklariert, das es z.T. hauseigene Codes von einem
Hersteller gibt, die inkompatibel zu den anderen sind. Nur ein mir bekanntes Videoschnittprogramm der
Einsteigerklasse verwendet AVCHD nativ. Da der Codec aber dem Computer sehr viel Performance
abverlangt, ist es praktisch mit einem Standard-PC und auch mit einem Computer der gehobenen Klasse
nicht möglich, flüssig zu arbeiten. Selbst Computer mit acht CPU-Kernen sind nicht in der Lage, HD-Videos in
Echtzeit zu rendern.
Auch wenn man erfolgreich ein HD-Video erstellt hat, so ist es auch im Jahr 2009 ein Problem, ein geeignetes
Medium zu finden um das Videomaterial abspielbar zu speichern und zu archivieren. HD-DVD-Brenner sind
ausgestorben, bevor sie marktreif wurden und der Bluray-Standard will für HD-Videos einen Kopierschutz mit
drauf haben, um von allen Playern akzeptiert zu werden.
Insellösungen wie die Wiedergabe über Playstation 3 oder einen HD-HDD-Player ermöglichen aber schon die
Wiedergabe bis 1080i bzw. 1080p.
Eine Langzeitarchivierung ist daher derzeit nur auf Festplatte in einem zukunftsicherer Codec oder auf HD-
Bandmaterial empfehlenswert, solange das Ergebnis auf Disk nur vom Zufall abhängt.
Es wird also sicher noch ein weiteres Jahr dauern, bis auch Amateure ihre mühsam erstellten HD-Videos
zuverlässig auf eine HD-Scheibe bringen können, die auch auf jedem Diskplayer problemlos abspielbar ist.
Seit Ende 2009 ist es nun auch möglich, AVCHD-DVDs zu erstellen, die auf vielen Blurayplayern abspielbar
sind. Verschiedene Schnittprogramme und DVD-Brennprogramme bieten nun diese Möglichkeit.
Professional Video
Bis 2008 war ich acht Jahre in der Firma TORON Video Duplication GmbH in Hamburg auch beruflich in der
Videotechnik tätig. Dort habe ich u.a. auf professionellen Videogeräten Videos analog geschnitten, bearbeitet
und Qualitätskontrollen durchgeführt. Auf Apple-Computern habe ich Videos digitalisiert, geschnitten, vertitelt,
und auch DVD-Authoring gemacht.
Dort bei TORON gibt es diverse Videomaschinen für fast alle Formate. Das sind beispielsweise Betacam,
Digital-Betacam, DV, DVCPRO (HD), DVCAM, HDCAM, HDV1 und HDV2.
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© Copyright 2009 für Texte und Fotos - Andreas Baumgärtner
Datum der letzten Änderung: 10.08.2009