Die erste Datenbank in dBase III+
Meinen ersten Kontakt zu einer richtigen Datenbank hatte ich so ca. 1983. Es war dBase III+ von der Firma
Ashton Tate. Man konnte unter MS-DOS relativ einfach eine Datenbankstruktur erstellen und sofort Daten
erfassen. Die Struktur der Datenbank war relativ leicht zu ändern und es machte Spaß, damit zu arbeiten.
Wie es sich für eine richtige Datenbank gehört, war auch eine Programmiersprache enthalten. Damit habe ich
mich dann einige Zeit befaßt und kleine Programme geschrieben.
Daraus entstand dann später die erste kommerziell nutzbare Datenbank für die Firma Video Electronic
Service, in der ich damals tätig war.
Von da ab war es nun möglich, die Reparaturaufträge per EDV zu verwalten. Das war schon eine erfreuliche
Erleichterung, denn die Auftragszahlen stiegen stätig. Nun war es möglich, trotzdem den Überblick zu
behalten und dem Kunden am Telefon schnell Auskunft über den Reparaturstand seines Geräts zu geben.
Da ich jedoch primär Techniker bin, habe ich entscheiden müssen, wie es damit weitergehen soll. Die
Datenbank sollte um anspruchsvolle Module für Lagerverwaltung, Fakturierung und Versandabwicklung
erweitert werden. Das hätte ich nur Vollzeit programmieren können. Dazu fehlt mir allerdings die Lust und so
entschied ich mich, weiter Kamcorder und Videorecorder zu reparieren.
In der Zeit erstellte ich u. a. auch eine kleine Maschinenverwaltung für zwei befreundete
Büromaschinentechniker. 2004 erfuhr ich, dass dieses Programm noch immer im Einsatz ist und nach wie vor
gute Dienste leistet. Das macht mich schon ein wenig stolz.
Dbase hat mich als DOS-Version noch einige Jahre begleitet. Zwischenzeitlich sollte es durch Borland Delphi
abgelöst werden. Das wäre aber zuviel Programmieraufwand geworden, wie sich nach einigen Tests
herausstellte. So suchte ich nach einer zeitgemäßen Datenbank, die notfalls auch mal ohne
Programmieraufwand die Erfassung von Daten ermöglicht.
MS-Access 2.0
Die fand ich, nachdem ich den Arbeitgeber wechselte. In der neuen Firma wurde MS-Access 2.0 eingesetzt.
Anfangs misstrauisch gegenüber diesem umfangreichen Programm, lernte ich so nach und nach die
Möglichkeiten dieser Datenbank kennen.
Wie bei dBase konnte man auch hier nach dem Anlegen einer Tabelle sofort mit der Datenerfassung loslegen.
Eingabemasken werde auf Wunsch automatisch erzeugt.
Das ist aber auf die Dauer langweilig. Also begann ich, individuelle Masken, Berichte und Reports zu
erstellen.
Bald war aber klar, daß etwas mehr Komfort nur mit mehr Aufwand möglich ist. Nachdem ich ein paar Makros
schrieb, um die Suche und Berichterstellung zu erleichtern, kam die erste größere Herausforderung.
Wir spulen in unserer Firma die VHS-Kassetten selbst. Das hat den Vorteil, daß wir fast jede beliebige
Bandlänge fertigen können.
Bisher hatten wir dazu umständliche Tabellen für die Bandlängenberechnung. Da dachte ich mir, es ist doch
eine wirklich gute Sache, die Bandlänge über ein Access-Formular berechnen zu lassen.
Die damit verbundenen Probleme und erforderlichen Lösungen kamen dann während der Erstellung des
Formulars. Die anfangs gedachte, einfache Lösung der Aufgabe entpuppte sich als größere Formel, da viele
Sachen mit berücksichtigt werden müssen.
Neben der einfachen Bandlängenberechnung kamen hinzu:
- Optimierung auf den Bandrest (es sollte ein möglichst kleiner Rest auf der Bandspule (Pancake) verbleiben)
- die verschiedenen Loader (Spulmaschinen) haben unterschiedliche Toleranzen
- die Bandlänge ist bei gleicher Laufzeit für PAL und NTSC unterschiedlich
- das Ergebnis darf aufgerundet, aber nie abgerundet werden (sonst wäre das Band ja zu kurz).
- automatische Umrrechnung der Laufzeit in Minuten, wenn die Start- u. Endzeit des Masters eingegeben
wird.
- drucken des Formulars auf Knopfdruck
Herausgekommen ist ein Formular, in daß man die Start- und Endzeit des Masterbands einträgt. Daraus wird
automatisch die Laufzeit in Minuten errechnet. Weitere Felder für mögliche Schwarzbilder vor und nach dem
Videoprogramm ermöglichen die Erfassung der dafür erforderlichen Zeit.
Die eigentliche Bandlängenberechnung ist als Modul (Unterprogramm) in VBA (Visual Basic für Applikationen)
erstellt. Sie ist nun ca. zwei Bildschirmseiten (800 x 600) lang.
Zur Kontrolle wurden auch Felder mit den Zwischenergebnissen eingefügt, damit bei versehenlich falsch
eingegebener Zeiten der Fehler offensichtlich wird.
In das Formular werden jetzt nur noch die erforderlichen Werte eingetragen und die Berechnung erfolgt
automatisch. Dann kann das Dokument ausgedruckt und als Spulauftrag weitergereicht werden. Die
Zeitersparnis durch diesen Automatismus ist enorm. Hinzu kommt die Kostenersparnis, da wirklich nur soviel
Band verwendet wird, wie es benötigt wird.
Durch ein optimiertes Layout wurde es ermöglicht, Eingabefehler zu erkennen. Das verringert das Risiko auf
falsch errechnete Bandlängen und verhindert dadurch Produktionsfehler.
Acess 2007
2009 kaufte ich mir zu meinem MS-Office die Datenbank Access 2007 dazu. Darüber verwalte ich nun u.a.
meine Adressen. Das ist einfacher und flexibler als jede Adressverwaltung oder Excel-Tabelle. Access ist
leider unerfreulich träge geworden, ohne dass ein Mehrwert für die Computerbelastung erkennbar ist.
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© Copyright 2009 für Texte und Fotos - Andreas Baumgärtner
Datum der letzten Änderung: 10.08.2009